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Arbeit der Zukunft – Zukunft der Arbeit

Dokumentation der Online-Veranstaltung im Rahmen der INBAS Summerschool am 10.09.2021

Unter dem Titel "Zukunft der Arbeit | Arbeit der Zukunft" beleuchteten am 10. September 2021 drei prominente Expertinnen und Experten in einer zweistündigen Online-Veranstaltung unterschiedliche Facetten der digitalen und ökologischen Transformation der Arbeitswelt. Wie beim Blick durch ein Kaleidoskop sollten einige Aspekte des großen Themas betrachtet und verschiedene Folgen des Transformationsprozesses beschrieben werden.

Prof. Alexander Kritikos (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) hob in seinem Beitrag die Bedeutung von kleinen Betrieben und Unternehmensgründungen hervor. Häufig sei nicht bewusst, dass die Mehrzahl der Menschen in kleinen Unternehmen arbeiten. Um die Gründungskultur zu stärken, sei eine bessere Unterstützung von Entrepreneurship und förderliche Rahmenbedingungen notwendig, beispielsweise eine soziale Absicherung für Gründer. Dass Deutschland hier noch Entwicklungsbedarf hat, zeigte zuletzt die Coronakrise.

Dr. Britta Matthes (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) thematisierte die sozialpolitischen Folgen der Transformation, die sich etwa aus der unterschiedlichen Substituierbarkeit von Tätigkeiten ergeben. Schon jetzt treten die stärksten Lohneinbußen im mittleren Qualifikationsbereich auf, was das Bildungssystem insgesamt vor eine große Herausforderung stellt. Bildung kann mit dem Tempo der technologischen Entwicklung kaum noch Schritt halten. Die wirtschaftliche Transformation muss auch zu einer Transformation von Bildung führen, in der Handlungsorientierung, Prozesswissen und Selbstreflexion bedeutsam werden.

Dr. Jan Peter aus dem Moore, Geschäftsführer der Cornelsen eCademy & inside GmbH, widmete sich zum Abschluss der Veranstaltung in seinem Vortrag der Frage, wie berufliche Bildung der Zukunft aussehen kann. Hier ist die lebensbegleitende Integration von Arbeits- und Lernprozessen zentral, deren Umsetzung durch die Digitalisierung von Lernszenarien unterstützt wird, z. B. in Form von Augmented bzw. Virtual Reality und Gamification.

Die Veranstaltung richtete sich an Arbeitsmarktakteure, Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie an alle weiteren Interessierten. Sie traf auf großes Interesse der rund 80 Teilnehmenden. Neugier wurde an diesem Nachmittag belohnt. Die Brisanz des Themas sowie die Thesen der drei Impulsvorträge forderten das Publikum heraus, Fragen zu stellen und in den Austausch zu treten.

So ergab sich beispielsweise aus der Frage, warum das Thema der Fachkräftezuwanderung von der Politik wenig aufgegriffen bzw. den Zuwanderungsgegnern überlassen wird, eine interessante Diskussion: Die häufig als zukünftiger Bedarf genannte Zahl von jährlich 400.000 Fachkräften entspricht bei genauer Betrachtung tatsächlich der bisherigen Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt. Zuwanderung sei also längst Realität. Ein Problem sei eher, dass es durch die wirtschaftliche Entwicklung bisheriger Schwellenländer absehbar zu einer Verknappung an Zuwanderern kommen wird. Politik müsse daher beginnen, positiv und wahrheitsgemäß über das Thema Zuwanderung zu sprechen. Ausbildungs- und Arbeitsmotivierten müsse dringend eine langfristige Perspektive geboten werden. Es brauche mehr Experimentier- und Orientierungsräume, damit aus Zugewanderten Fachkräfte werden können. Hier könnte auch die Digitalisierung berufsbezogenen und betrieblichen Lernens einen Beitrag leisten.

Kontakt:

Cremer, Klaus | Kaufmännischer Leiter |
E-Mail | +49 69 27224-834

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