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Medienbesuch bei INBAS: Berufseinsteigerinnen in der Altenpflege stellen das Projekt BeA vor

Die INBAS GmbH erhielt am 24.06.2014 Besuch aus Politik und Medien: Im Rahmen einer durch die Medienagentur Pressto organisierten Rundreise informierten sich Journalistinnen und Journalisten über regionale Projekte, die aus ESF-Geldern gefördert werden. Eine Station war hierbei das Projekt BeA – "Berufseinsteigerinnen in die Altenpflege", das Lösungen für den Ein- oder Wiedereinstieg von Frauen mit Migrationshintergrund in die vom Fachkräftemangel geplagte Altenpflege entwickelt. Begleitet wurden die Medienvertreter/innen von Dr. Stephan Koppelberg, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Bonn, Dr. Christian Mittermüller, Referent für Hessische Arbeitsmarktintegration und -förderung im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Sibylle Möller vom Europe Direct Relais Rhein-Main sowie Sylvia Bösch, pressto GmbH.

Ihnen präsentierte zunächst Constanze Brucker, Prokuristin bei INBAS, die Institutsarbeit. Im Anschluss stellte Projektleiterin Narges Yelaghi die Arbeit des Projekts vor. Sie berichtete von häufigen Problemen der Teilnehmerinnen, wenn diese beispielsweise während einer geplanten Ausbildung mehrere Kleinkinder versorgen müssten. Häufig reichten auch die Sprachkenntnisse nicht ganz aus. "Aber auch auf der anderen Seite gibt es Hindernisse. Zur Zeit sind nicht genügend Ausbildungsstellen besonders für die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin vorhanden. Oder qualifizierte Schul- und Berufsabschlüsse sowie langjährige Berufserfahrungen in den Herkunftsländern werden hier in Hessen geringer bewertet. Da muss eine ausgebildete Krankenpflegerin aus Myanmar zunächst eine Ausbildung als Altenpflegehelferin machen, und erst im Anschluss kann sie sich zur examinierten Altenpflegerin ausbilden lassen", so Yelaghi. Bei diesen und weiteren Stolpersteinen für die Migrantinnen seien die Leistungen von BeA gefragt.

Das Projekt unterstützt die Frauen durch individuelle Beratung und Motivation beim Berufs- und Ausbildungseinstieg, bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsbetrieben, bei der Antragstellung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse, bei der Förderung von Deutschkenntnissen oder auch bei der Organisation der Kinderbetreuung.

Zur weiteren Hilfe durch BeA betonte Yelaghi: "Wir lassen unsere BeA-Frauen aber auch während der Ausbildung nicht allein. Sie erhalten weitere Leistungen je nach individuellem Bedarf, darunter Unterricht in Deutsch für den Beruf oder spezielle sprachliche Prüfungsvorbereitung. BeA ist ein Win-Win-Projekt für alle Beteiligten. Es hat Anteil daran, dass der politisch gewollte Abbau des Fachkräftemangels in der Altenpflege vorangetrieben wird, die Pflegequalität in Betreuungseinrichtungen künftig steigt und Migrantinnen eine qualifizierte Ausbildung und damit eine Perspektive zur Sicherung ihres Lebensunterhalts bekommen."

Dass an vielen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht, beispielsweise in der Kooperation zwischen Fachschulen und Altenpflegeeinrichtungen oder bei der familienfreundlichen Gestaltung von Arbeitszeiten und -bedingungen in vielen Pflegeeinrichtungen, sieht Yelaghi als Herausforderung und Ansatzstelle, zu der auch ihr Projekt etwas beitragen kann. Sie konnte dem interessierten Publikum anhand von bemerkenswerten Zahlen die erfolgreiche Arbeit des BeA-Projekts darstellen: Seit November 2012 wurden insgesamt 105 Bewerbungsgespräche mit interessierten Frauen aus 32 Ländern geführt. Die Zielvorgabe von 15 Ausbildungsantritten im Jahr 2013 wurde mit 19 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen um mehr als ein Viertel übertroffen. Weitere 20 Bewerberinnen wollen 2014 ihre Ausbildung beginnen und 17 von insgesamt 20 durch BeA gestellte Anträge zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse wurden positiv beschieden.

Schließlich berichteten vier Projekt-Teilnehmerinnen von der erfolgreichen Unterstützung durch BeA als Sprungbrett ihres beruflichen Starts in Deutschland und ihren neuen Erfahrungen in der Altenpflegeausbildung und standen den Pressevertreterinnen und -vertretern u.a. von FAZ, Frankfurter Rundschau, RTL und rheinmainTV für Einzelinterviews zur Verfügung.

Mahnaz Koschnitzke aus dem Iran begeisterte sich für BeA: Ohne das Projekt wäre sie nie zur Ausbildung in die Altenpflege gekommen. Die Pakistanerin Sameera Mian erzählte von der Pflege von Angehörigen, worüber sie mit Unterstützung des BeA-Projekts zur Altenpflege kam. Aida Halilovic aus Belgrad, Mutter von zwei Kindern, half die BeA-Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nur Perihan Taskiran aus der Türkei hat bisher trotz intensivem Beistand durch BeA noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, obwohl sie seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland lebt, hier ihren Hauptschulabschluss gemacht und eine Berufsausbildung begonnen hat und akzentfrei Deutsch spricht.

Noch am gleichen Abend war als Ergebnis des Besuchs bei INBAS in rheinmainTV der Sendebeitrag "Europa ganz nah – Projekt hilft Berufseinsteigerinnen mit Migrationshintergrund" zu sehen. Dort berichtete u.a. Carolina Frenzel aus Kenia vor der Kamera, dass sie durch ihren Großvater Zugang zu älteren Menschen erhielt und damit zur Altenpflege. Der Sender RTL Hessen stellte unter dem Titel "Hessische Projekte mit EU-Unterstützung" alle drei Förderprojekte in Hessen, die auf der Medientour besucht wurden, vor. Darin gab sich die in Marokko gebürtige Fatima Sellak zielbewusst: "Nach meiner Entlassung aufgrund der Firmenpleite wollte ich die Ausbildung zur Altenpflegehelferin machen. Doch ich wusste nicht wie. Ich bin verheiratet und habe drei Kinder." Auch hier hatte Narges Yelaghi vom BeA-Projekt eine individuelle Lösung gefunden. Sellak und weitere Frauen stehen zurzeit am voraussichtlich erfolgreichen Ende ihrer Ausbildung. Ebenso selbstbewusst zeigte sich Asma Hadhri: Sie werde immer Mutter und Hausfrau bleiben, aber die Ausbildung und der Beruf in der Altenpflege gäben ihr eine persönliche Identifikation, sagte die studierte Literaturwissenschaftlerin aus Tunesien.

Weitere Informationen

Kontakt

Frau Narges Yelaghi
INBAS GmbH, Herrnstr. 53, 63065 Offenbach
E-Mail: yelaghi@remove-this.inbas.com
Tel.: 069 27224-723


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