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Dokumentation: Feierliche Verleihung des Sophie von La Roche-Preises an BeA+

Das Projektteam von BeA+ (Berufseinsteigerinnen in die Altenpflege) freut sich über den Sophie von La Roche-Preis 2016, den ihm die Stadt Offenbach am Dienstag, dem 1. März, in einer feierlichen Stunde im Klingspor-Museum in Offenbach durch die Stadträtin und Vorsitzende der Gleichstellungskommission Marianne Herrmann verlieh. Oberbürgermeister Horst Schneider begrüßte dazu rund 120 Gäste. Die Laudatio hielt Dr. Ursula Apitzsch, Professorin für Politikwissenschaft und Soziologie an der Frankfurter Goethe-Universität. Als Mitglied der Geschäftsleitung der INBAS GmbH, bedankte sich Constanze Brucker, für die Auszeichnung und stellte zugleich einige Teilnehmerinnen von BeA+ vor. Die Frauengruppe "Kobanga" boten mit internationaler Rhythmik und Percussion den musikalischen Rahmen des Abends.

BeA+ als Türöffner

Das Projekt BeA+ berät Frauen mit Migrationshintergrund über ihre beruflichen Möglichkeiten in der Altenpflege, begleitet sie während einer Ausbildung und trägt so zur Gewinnung von neuen Fachkräften in der Altenpflege bei.

Viele Migrantinnen wollen eine Ausbildung in der Altenpflege absolvieren und wissen nicht, wie sie es anfangen sollen. Das Projekt "BeA+" ist dazu der Türöffner. Projektleiterin Narges Yelaghi und wissenschaftlicher Mitarbeiter Ralf Priester leisten nicht nur Vermittlungsarbeit, sondern begleiten die Projektteilnehmerinnen sozialpädagogisch umfassend – von der Unterstützung bei Aufenthaltsfragen über Organisation von Kinderbetreuung bis zur engen Kooperation mit Ausbildungsbetrieben und Altenpflegeschulen. Häufig werden auch Motivationsgespräche geführt, weil viele Teilnehmerinnen einen Berg von Problemen und Hindernissen vor sich sehen, den sie nicht zu bewältigen glauben. Aber auch Akquisearbeit muss geleistet werden, um Migrantinnen aus und um Offenbach das Projekt bekannt zu machen, die es vielleicht als ihre berufliche Chance erkennen: So begibt sich das Projektteam auf einschlägige Veranstaltungen oder in Einrichtungen wie die VHS oder Migrantenvereine und rührt dort die Werbetrommel. Nicht zuletzt werden Anträge an Stiftungseinrichtungen verfasst, um Unterstützungsgelder für bedürftige Teilnehmerinnen während der Ausbildung zur Finanzierung des Lebensunterhaltes zu bekommen. Oder mit Mitarbeitern des Jobcenters werden Gespräche über Teilnehmerinnen geführt, die im Leistungsbezug stehen, um deren spätere Beschäftigungsprognose sowie weitere Schritte hin zur Ausbildung zu klären.

Der Erfolg des Projektes ist unter anderem der engen individuellen Hilfestellung geschuldet. Je nach persönlichen potenziellen Stolpersteinen erhalten die Teilnehmerinnen gezielt Beistand – inklusive Unterstützung bei der Anfertigung der Bewerbungsunterlagen oder Unterricht in Deutsch für den Beruf. Die bisherige Bilanz gibt dem Konzept Recht: Seit Projektbeginn 2012 wurden 200 Frauen aus 40 Ländern beraten. Von 2013 bis 2015 haben insgesamt 53 Frauen eine Altenpflege-Ausbildung begonnen, davon 26 als examinierte Altenpflegerin und 27 als Altenpflegehelferin in der einjährigen Ausbildung. 14 Frauen schlossen nach einem Jahr die Ausbildung zur Altenpflegerin unmittelbar an. Bereits sieben Frauen arbeiten als Altenpflegehelferin. Und in diesem Jahr werden die ersten Absolventinnen zur examinierten Altenpflegerin erwartet.

"Herausragenden Beitrag zur Beseitigung arbeitsmarktpolitischer Ungleichheiten"

Die Kommunale Frauenbeauftragte Karin Dörr lobte in ihrer Moderation das Projekt als einen "herausragenden Beitrag zur Beseitigung arbeitsmarktpolitischer Ungleichheiten in Offenbach". Sie begründete die Entscheidung der Preis-Jury, BeA+ mit dem Sophie von La Roche-Preis 2016 auszuzeichnen, folgendermaßen: "Sozialpolitisch erhöht es das berufliche Qualifikationsniveau der in Offenbach lebenden Bevölkerung. Geschlechtsspezifisch ermöglicht es Frauen die Ausübung einer qualifizierten Berufsausbildung. Marianne Hermann als Vorsitzende der Vergabe-Jury brachte es in ihrer Verleihungsrede auf den Punkt: "Mit diesem Projekt wird dem Pflegenotstand entgegengewirkt."

Gestartet ist das Projekt Ende 2012 unter der Bezeichnung "BeA" bei dem Träger GOAB, von dem es nach seiner Insolvenz 2014 von INBAS übernommen wurde. Mit der zweiten Auflage im April 2015 änderte sich die Projektbezeichnung in "BeA+", das noch bis zum 31. März 2017 läuft.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, der Europäischen Union – Europäischer Sozialfonds sowie der Kommunalen Jobcenter der Stadt und des Kreises Offenbach.

Weitere Informationen

Flyer "BeA+ Berufseinsteigerinnen in die Altenpflege"

Kontakt

Projektleiterin Narges Yelaghi
E-Mail: yelaghi@remove-this.inbas.com
Tel.: 069 27224-723

Ralf Priester
E-Mail: priester@remove-this.inbas.com
Tel.: 069 27224-714


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