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Studie: Einstellungen und Nutzungsverhalten digitaler Bildungsangebote von (neu-) zugewanderten Frauen in Wiesbaden und dem Rheingau Taunus Kreis

Das Voranschreiten der digitalen Transformation wirkt sich auf alle gesellschaftlichen Lebensbereiche aus. Auch im Zuge von Integrationsbemühungen gewinnen Blended Learning Angebote und hybride Formate zunehmend an Bedeutung.

Das Voranschreiten der digitalen Transformation wirkt sich auf alle gesellschaftlichen Lebensbereiche aus. Auch im Zuge von Integrationsbemühungen gewinnen Blended Learning Angebote und hybride Formate zunehmend an Bedeutung. Gerade für Frauen eröffnen sich hier neue Potentiale, es bestehen aber auch besondere Herausforderungen. Um diese Faktoren genauer verstehen zu können, hat INBAS Ende des Jahres 2021 leitfadengestützte Interviews mit zehn Teilnehmerinnen und acht Expertinnen von sechs verschiedenen Bildungsträgern in Wiesbaden und dem Rheingau Taunus Kreis durchgeführt. Ziel der explorativen Studie war die Analyse von Einstellungen zu und Nutzungsverhalten von digitalen Medien und Lernangeboten durch (neu-) zugewanderte Frauen. Denn diese Zielgruppe hat einen hohen Beratungs- und Informationsbedarf und sucht – stärker als Männer – nach digitalen Lösungen. Gefördert wurde die Studie vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI).

Zentrale Erkenntnisse machen Chancen und Bedarfe sichtbar

Die Interviews zeigten: Die Zielgruppe hat deutlichen Unterstützungsbedarf bei der Inanspruchnahme von digitalen Informations- und Bildungsangeboten. Vertrauensaufbau, Niedrigschwelligkeit und Kleinschrittigkeit kombiniert mit erfahrungsbasiertem Lernen, in dem der Gewinn des Digitalen für die Frauen direkt in ihrer Lebensrealität sichtbar und erfahrbar wird, stärkt und empowert sie und führt letztlich zu einem selbstbestimmteren Umgang mit der digitalen Welt. Dazu trägt auch der Lernerfolg entscheidend mit bei.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass (neu-) zugewanderte Frauen auf besondere Hürden bei der Nutzung digitaler Bildungsangebote stoßen. Anders als zum Beispiel autochthone Frauen, die in einer ähnlichen ökonomischen oder familiären Situation leben, haben (neu-) zugewanderte Frauen zusätzlich sprachliche Herausforderungen zu bewältigen, verfügen über weniger Systemwissen und können seltener auf Netzwerke der Mehrheitsgesellschaft zurückgreifen.

Damit Kursleiterinnen und Teilnehmerinnen über geeignete Rahmenbedingungen verfügen, um kontinuierlich digitale Formate zu nutzen und ihre Kompetenzen immer wieder daran anzupassen, braucht es aber auch mehr finanzielle und infrastrukturelle Ressourcen. Dies ist eine weitere wichtige Schlussfolgerung.

Empfehlungen zu Unterstützungsmaßnahmen

Es zeichnet sich ab, dass in Zukunft für den urbanen und den ländlichen Raum hybride Formate und Blended Learning vermehrt angeboten und genutzt werden. Dazu bedarf es weiterer Kompetenzentwicklung der Kursleiterinnen sowie neuer Konzepte der Didaktik und Methodik, um diese zielgruppengerecht einzusetzen. Diese und weitere Empfehlungen zu Unterstützungsmaßnahmen auf struktureller Ebene sowie hinsichtlich technischer, räumlicher und personeller Ausstattung liefert die Studie und schaut dabei auch auf ländliche Regionen. Die Ergebnisse können sowohl in die Projektkonzeption als auch in laufende Projekte einfließen und damit Bildungseinrichtungen und Kursleiterinnen unterstützen.

Gefördert und veröffentlich wurde die explorative Studie durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) im Rahmen des WIR-Landesprogramms. Auf die Ergebnisse verwies das HMSI zudem im Integrationskompass bei einem Förderaufruf zur Förderung von digitalen Skills zugewanderter Frauen in dem auf zwei Jahre angelegten Programm „Förderung der digitalen Kompetenz für Frauen mit Migrationsgeschichte“.

Die Fragestellung dieser Studie wurde in dem praxisorientierten Beratungsprojekt Mobile Anerkennungsberatung – MoAB von INBAS entwickelt, in dem Menschen mit Abschlüssen aus dem Ausland beraten werden. Das dort generierte Erfahrungswissen zur Situation von (neu-) zugewanderten Frauen bildetete eine wichtige Grundlage für die Konzeption der Studie. INBAS-Projekte eröffnen Bildungschancen für benachteiligte Zielgruppen; die explorative Studie ermöglicht es nun, das Feld genauer zu erkunden.

Link zur Studie (PDF, 258 KB)

Link zur Seite des HMSI: Stärkung der Medienkompetenz | Der Integrationskompass – Alles rund um das Thema Integration in Hessen


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