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Dokumentation des Fachtags "QuABB 2021" veröffentlicht

Wie soll es mit QuABB in 2021 weitergehen? Dazu haben sich am 29. und 30. Oktober 2019 auf dem QuABB-Fachtag in Wetzlar Akteurinnen und Akteure des Programms in einem „Open Space“ ausgetauscht. Eingeladen waren neben den Verantwortlichen aus dem OloV-QuABB-Steuerkreis alle Ausbildungsbegleitungen und Trägerleitungen, die in Hessen für die Umsetzung von QuABB verantwortlich sind, sowie zahlreiche Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen aus ganz Hessen. In der Dokumentation sind die spannenden Ergebnisse der Veranstaltung zusammengefasst.

Es galt, zu klären, was an QuABB bleiben soll wie bisher, was angepasst werden muss und wo es Chancen gibt, Neues zu realisieren. Was konkret zur Diskussion gestellt wurde, entschieden die 90 Teilnehmenden selbst. An brennenden Themen fehlte es nicht. In über zwanzig Gruppen wurde konstruktiv diskutiert und es entstanden zahlreiche kreative Ideen. Diese wurden am zweiten Tag allesamt der großen Runde präsentiert und wiederum entschieden die Teilnehmenden, welche sieben Themen in längeren Workshops bearbeitet werden sollten. Die Open-Space-Methode gab nicht nur Raum für die Anliegen der Akteurinnen und Akteure, sondern sorgte auch für eine sehr ungezwungene Atmosphäre und motivierte Arbeit in den Gruppen.

Die Ergebnisse bestätigen, was sich schon in einem Treffen der für das Programm verantwortlichen Akteure auf Hessenebene im Februar herauskristallisiert hatte: QuABB stellt so, wie es sich über die letzten 10 Jahre in Hessen entwickelt und etabliert hat, ein wichtiges Angebot für Auszubildende und Betriebe dar und erfüllt eine zentrale „Scharnierfunktion“ (Hilke Smit-Schädla) innerhalb der regionalen Beratungsnetzwerke. Für die Zukunft muss daher vor allem sichergestellt werden, dass das Programm weiterhin in seiner jetzigen Form umgesetzt werden kann, für fortbestehende Herausforderungen gerüstet und auf Veränderungen im Ausbildungsmarkt vorbereitet ist.

In den Arbeitsgruppen wurde vor diesem Hintergrund intensiv über die Kernthemen und Betätigungsfelder von QuABB gesprochen. Es ging um die Unterstützung kleiner Betriebe, Zugänge zur Beratung (auch über Arbeitgeber), die Steigerung der Beratungsqualität und die Abstimmung mit anderen Angeboten. Ein wichtiger Akteur in diesem Kontext ist die Berufsschule. Um das Beratungsangebot besser im Bewusstsein der Lehrkräfte zu verankern, wurde vorgeschlagen, QuABB im Studienseminar der Referendarinnen und Referendaren zu thematisieren. Umgekehrt sollten Lehrkräfte besser über die Arbeit von QuABB informiert werden, zum Beispiel auf Gesamtkonferenzen durch Berichte mit aktuellen Zahlen zur schulspezifischen Beratungsarbeit. Die Zusammenarbeit der Beratungsangebote wird an einigen Berufsschulen von einer AG unterstützt. In diesem Rahmen kann auch ein gemeinsames Konzept zur Prävention von Ausbildungsabbrüchen auf den Weg gebracht werden. Förderlich sind hierfür zudem Kooperationsvereinbarungen zwischen Berufsschule und Träger, bei deren Anbahnung die Koordinierungsstelle unterstützen kann.

Auch über die einzelne Berufsschule hinaus wurden Möglichkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Unterstützungsnetzwerk diskutiert. Ein Modell wäre die Einführung regelmäßiger Regionalkonferenzen für den Institutionen übergreifenden Austausch. Daneben galt das Interesse der Teilnehmenden vor allem den Betrieben als zentralen Akteuren in der dualen Ausbildung. Ein Vorschlag war, dass Betriebe sich auf Ausbilderstammtischen und ähnlichen Veranstaltungen zu QuABB und zur Prävention von Ausbildungsabbrüchen austauschen könnten. Denkbar wären auch eigene Informationsveranstaltungen, auf denen QuABB vor allem kleineren Betrieben vorgestellt wird. QuABB ist außerdem schon jetzt teilweise bei Ausbilder-Lehrgängen Gegenstand eines eigenen Moduls, um Teilnehmende für die Abbruchproblematik zu sensibilisieren und auf das Beratungsangebot von QuABB hinzuweisen.

Einige weitergreifende Fragen kamen dann doch zum Gespräch. Einerseits ging es um die Rahmenbedingungen des Programms. Unter anderem wurden alternative Finanzierungsmodelle entworfen und Möglichkeiten der Kofinanzierung diskutiert. Um die Kontinuität und die Qualität von QuABB auch bei Personalwechseln zu gewährleisten, kam der Wunsch nach einheitlichen Empfehlungen für die Einarbeitung neuer Ausbildungsbegleitungen auf. Im gemeinsamen Austausch wurden mehrere Vorschläge zur tiefergehenden Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagenturen erarbeitet.

Andererseits stellte sich die Frage, wie QuABB ausgerichtet werden muss, um auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereitet zu sein, die auch den Ausbildungsmarkt betreffen: das Einmünden Geflüchteter in die duale Ausbildung und die Digitalisierung der Lern- und Beratungsprozesse. Zur Unterstützung Geflüchteter sind verbesserte Konditionen in der dualen Ausbildung wie sprachlich klarere Prüfungsfragen und Ausbildungsverlängerungen nötig. In Form eines Frühwarnsystems für das erste Lehrjahr, aber auch allgemein sollte QuABB in Abstimmung mit dem Kultusministerium eine einheitliche Linie bei der Unterstützung Geflüchteter in Ausbildung finden.

Der Prozess der Digitalisierung bedeutet für QuABB sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Zum einen müssen neue Modelle entwickelt werden, wie die Beratung zukunftstauglich und in sozialen Medien bei den Zielgruppen präsent gemacht werden kann. Zum anderen bieten digitale Medien Chancen, um die Zielgruppen schneller und besser zu erreichen – beispielweise auch Auszubildende auf dem Land ohne Fahrtaufwand per Onlineberatung.

Die zahlreichen Ideen, die auf der Konferenz entstanden sind, wurden im Dezember in einer gemeinsamen Sitzung der QuABB-Koordinierungsstelle mit dem Wirtschaftsministerium ausgewertet und für die zukünftige Ausrichtung des Programms abgestimmt.


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