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Projekt

Individuelle Förderung auf der Grundlage von Potenzialanalysen

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektbeginn: 01.06.2012
Projektende:
31.08.2013
Land: Deutschland

Die Potenzialanalyse hat sich als Kompetenzfeststellungsverfahren zur Erfassung der Personal-, Sozial- und Methodenkompetenz von Schülerinnen und Schülern der allgemein bildenden Schulen ab Klassenstufe 7 etabliert und genießt in der Praxis hohe Akzeptanz.

Den Trägern ist es gelungen, vielfältige Formen der Potenzialanalyse zu entwickeln und erfolgreich zu implementieren. Im Vordergrund steht dabei die Möglichkeit, dass junge Menschen ihre Kompetenzen erleben und motiviert werden, sich auf den Berufsorientierungsprozess einzulassen.
Der Schwerpunkt der Arbeit der Träger lag bei der Qualitätsentwicklung bisher vorrangig auf den Bereichen Struktur- und Prozessqualität, die Bereiche Ergebnis- und Wirkungsqualität wurden dagegen nur unzureichend in den Blick genommen.

In der Praxis (insbesondere im Rahmen des BO-Programms des BMBF) zielt die Potenzialanalyse noch nicht in ausreichendem Maße darauf ab, Förderbedarfe zu erkennen, diese in Förderempfehlungen aufzugreifen und somit eine Grundlage für eine anschließende individuelle Förderung zu schaffen. Erschwerend kommt hinzu, dass für die individuelle Förderung häufig kein Ansprech- bzw. Anschlusspartner zur Verfügung steht. Die bildungspolitische Aufgabe, Benachteiligungsrisiken zu erkennen und präventiv zu wirken, wird daher bislang noch zu wenig umgesetzt.

Die vom BMBF veröffentlichten Qualitätsstandards für Potenzialanalysen bieten anderen Programmen eine wichtige Orientierung, in der praktischen Umsetzung sind jedoch erhebliche Unterschiede festzustellen (vgl. BOP und BerEb-Bk). Darüber hinaus fehlt es in der Praxis an einem einheitlichen Grundverständnis im Hinblick auf zentrale Begrifflichkeiten im Feld der Kompetenzfeststellung bzw. Potenzialanalyse. Je nach Bundesland, Region und Träger werden auch die Ergebnisse der Potenzialanalyse in unterschiedlicher Art und Weise in einem Portfolio dokumentiert. Während viele Träger mit dem Berufswahlpass und/oder ProfilPASS arbeiten, setzen andere selbst entwickelte Dokumentationsinstrumente ein.

Das Projekt verfolgt folgende Zielsetzungen:

  • Qualitätsentwicklung im Hinblick auf individuelle Förderung anstoßen
    Das Projekt will einen Beitrag dazu leisten, die Qualitätsentwicklung in den Bereichen Ergebnis- und Wirkungsqualität der Potenzialanalyse weiter voranzutreiben. Es soll Wege aufzeigen, wie Kompetenzfeststellung (Potenzialanalyse) und Kompetenzentwicklung erfolgreich verknüpft und entsprechende Maßnahmen besser aufeinander abgestimmt werden können. 
  • Fachlichen Austausch und Kooperation initiieren
    Das Projekt will den Erfahrungsaustausch der Akteure in ausgewählten Regionen fördern und anderen Regionen Anregungen dafür geben, wie die Zusammenarbeit so gestaltet werden kann, dass Potenzialanalyse und individuelle Förderung systematisch miteinander verknüpft werden und sowohl in schulische Berufsorientierungskonzepte als auch regionale Konzepte des Übergangsmanagements eingebunden sind.
  • Instrumente der Potenzialanalyse aufeinander abstimmen
    Die Potenzialanalyse findet in unterschiedlichen Kontexten Anwendung. Sie wird im Berufsorientierungsprogramms des BMBF (BOP) ebenso eingesetzt wie in der Berufseinstiegsbegleitung im Rahmen der Initiative Bildungsketten (BerEb-Bk). Diese haben eine große Schnittmenge, unterscheiden sich jedoch auch hinsichtlich einiger Qualitätsstandards. Aus den Erfahrungen beider Programme sollen Hinweise abgeleitet werden, wie die Potenzialanalysen besser aufeinander abgestimmt und die Programme noch besser aufeinander aufbauen können.

Projektaktivitäten

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in enger Abstimmung mit den relevanten Akteuren im Feld, insbesondere mit dem BIBB. Aktivitäten des Projekts sind:

  1. Ausgangspunkt ist zunächst eine Recherche zum aktuellen Forschungsstand zur individuellen Förderung, insbesondere mit dem Blick auf untersuchte Förderbedarfe, Förderempfehlungen und deren Umsetzung im Anschluss an Potenzialanalysen bzw. Kompetenzfeststellungen im schulischen und außerschulischen Kontext.
  2. Im Rahmen des Projekts wird INBAS einen Vorschlag für ein auf den Auftragsgegenstand bezogenes Glossar mit Definitionen erarbeiten.
  3. Es werden max. 10 Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik durchgeführt.
  4. In einem Expertenworkshop werden die aus den Experteninterviews gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse vorgestellt, diskutiert und Empfehlungen für die Implementierung abgeleitet.
  5. Die Ergebnisse des Expertenworkshops fließen als Input in drei regionale bzw. lokale Workshops zur Umsetzung der Ergebnisse der Potenzialanalyse ein. Im Rahmen der Workshops sollen Beispiele guter Praxis ermittelt und Gelingensbedingungen beschrieben werden.
  6. Die Erfahrungen und Ergebnisse der Recherche, der Experteninterviews, des Experten- und der regionalen Workshops werden für eine Handreichung zur Umsetzung von Förderempfehlungen im Anschluss an Potenzialanalysen aufbereitet.
  7. Ausgewählte Zwischenergebnisse sollen in Abstimmung mit dem BMBF im Rahmen der Länderbegleitgruppe der Initiative Bildungsketten bzw. deren Arbeitskreisen zur Potenzialanalyse vorgestellt und diskutiert werden.


Ergebnis ist ein Handbuch für Akteure, das insbesondere die Aspekte Förderempfehlungen, Förderpläne und Dokumentation (z.B. Berufswahlpass) beleuchtet.

Kontakt

Birgit Voigt, INBAS Büro Berlin

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