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Projektbeschreibung

Verbesserung der Erwerbschancen junger Mütter durch passgenaue Arrangements zur Kinderbetreuung

 

Auftraggeber / Förderung durch: MainArbeit GmbH – Träger der Grundsicherung in Offenbach; gefördert vom Hessischen Sozialministerium und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union

Kooperationspartner: Frauenbüro der Stadt Offenbach, Starthaus gGmbH, Offenbach, VHS Offenbach

Projektbeginn: 01.01.2007

Projektende: 31.12.2009

Land: Deutschland / Hessen

 

Ziel des Projektes

Durch die im Jahre 2007 von der MainArbeit GmbH in Auftrag gegebene und von INBAS erstellten Studie "Welche Kinderbetreuung brauchen Mütter und Väter?", in deren Rahmen erwerbslose Eltern im SGB-II-Bezug in Offenbach zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie befragt wurden, ergab sich, dass vor allem für Mütter die Aufnahme einer existenzsichernden Erwerbsarbeit nur schwer möglich ist. Für sie kommen oftmals nur Beschäftigungsverhältnisse in Frage, die in der Regel mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten – frühmorgens, am späten Abend und an Wochenenden – einhergehen. Aufgrund der mangelnden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Krabbler- bis hin ins Schulalter gerade zu diesen Randzeiten ist sowohl eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie als auch die Integration in Arbeit nur sehr schwierig zu realisieren.

In der ersten Phase des Projektes von Januar bis Dezember 2008 wurde die Grundlage für die Verbesserung der Situation von vor allem jungen, oftmals alleinerziehenden Müttern im SGB-II-Bezug geschaffen, die gerne arbeiten möchten, jedoch aufgrund der mangelnden Betreuungsmöglichkeiten dies nicht können.

Dazu wurde zunächst ein vom Träger der Grundsicherung in Offenbach, der MainArbeit GmbH, eingeleiteter Paradigmenwechsel weiter ausgebaut und gefestigt: "Erst Kinderbetreuung sichern, dann Vermittlung starten." INBAS begleitet und unterstützt dabei die MainArbeit bei der Umsetzung dieses Ziels. Gleichzeitig wurde als Machingstelle ein Familienservice eingerichtet, der sich individuell um passgenaue Lösungen zur Kinderbetreuung kümmert.

Um Betreuung in den Randzeiten zu sichern entwickelte INBAS ein Bertreuungsmodell bestehend aus einer Kindertagesstätte mit angeschlossener Randzeitenbetreuung sowie für den Aufbau eines Pools an Kinderfrauen, also Tagespflegepersonen, die im Gegensatz zu Tagesmüttern die Kinder im Haushalt der Eltern betreuen.

Für die Einrichtung einer Modellkindertagesstätte mit Randzeitenbetreuung konnte der Offenbacher Träger StartHaus gGmbH gewonnen werden, der innerhalb kurzer Vorlaufzeit im Januar 2008 die Kita "Potzblitz" mit 34 Plätzen eröffnete, von denen 22 Plätze für Kinder von Frauen im SGB-II-Bezug reserviert sind.

Parallel dazu wurden durch die MainArbeit in Kooperation mit der VHS Offenbach in zwei Qualifizierungen 17 Kinderfrauen ausgebildet, die unter anderem zur Randzeitenbetreuung in der elterlichen Wohnung oder in der Modellkindertagesstätte "Potzblitz" eingesetzt werden können.

 

Thematische Schwerpunkte für die dritte Projektphase 2009

Ein wichtiger Schwerpunkt war die nachhaltige Implementierung des Paradigmenwechsels "Erst Kinderbetreuung sichern, dann Vermittlung starten". Hierzu wurden bottom-up folgende Bausteine entwickelt und durchgeführt: Fortbildung der Beratungs- und Vermittlungsteams für die Belange junger Mütter sowie Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements des Familienservices.

Sie wurden top-down durch geeignete Instrumentarien (z.B. Zielvereinbarungsquoten, interne Gratifikationen für Vermittlung von Müttern) unterstützt.

Die Steigerung von Quantität und Qualität neuer Betreuungsoptionen hatte zentrale Bedeutung. Hierzu wurden neue Qualifizierungsangebote für Kinderfrauen, zusammen mit dem Kooperationspartner VHS Offenbach, durchgeführt. Begleitend dazu sind Bausteine zur Qualitätssicherung der vom Familienservice vermittelten Kinderfrauen erarbeitet und eingeführt worden. Um weitere Kapazitäten für Randzeitenbetreuung zu schaffen wurden neue Kooperationen mit bestehenden Kindertageseinrichtungen geprüft.

Die Wirksamkeiten der neuen Betreuungsformen sind im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration der Mütter und der hierfür notwendigen Flexibilität der Randzeitenbetreuung evaluiert worden.

Ein letzter Baustein war die Implementierung der Modellergebnisse in die Fachöffentlichkeit in Form einer Broschüre bzw. eines Praxisleitfadens "Beratung und Vermittlung für Mütter im SGB-II-Bezug" (Dezember 2009) sowie eine Transfertagung für Multiplikator/inn/en (September 2009).

 

Kontakt

Oliver Lauberger, INBAS GmbH
Tel. 069/27224-43
E-Mail: lauberger@remove-this.inbas.com

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