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Projektbeschreibung

Qualifizierungsbausteine in der Ausbildungsvorbereitung (QUAV)

 

Auftraggeber: Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz

Förderung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BQF-Programm), Europäischer Sozialfonds, Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz

Projektbeginn: 01.02.2004

Projektende: 31.12.2006

Land: Deutschland

 

Ziele des Projekts

Im Rahmen des Modellversuchs "Qualifizierungsbausteine in der Ausbildungsvorbereitung (QUAV)" sollen die Chancen benachteiligter Jugendlicher im Hinblick auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz durch den Erwerb von Qualifizierungsbausteinen verbessert werden. Durch ein umfangreiches Förderangebot werden Schüler/innen im Berufsvorbereitungsjahr zudem in der Weiterentwicklung ihrer Schlüsselqualifikationen unterstützt. Dadurch soll ihr Lernerfolg gesichert und die Chancen auf einen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt gesteigert werden.

 

Entwicklung und Erprobung von Qualifizierungsbausteinen

Qualifizierungsbausteine sind als Instrument der Berufsausbildungsvorbereitung im schulischen Kontext noch neu. Im Rahmen des Modellversuchs sollen zum einen Qualifizierungsbausteine für den schulischen Kontext entwickelt werden. Diese haben die Berufsausbildungsvorbereitungsverordnung (BAVBVO) als Grundlage und werden durch die zuständigen Stellen bestätigt. Zum anderen sollen bereits andernorts bestätigte Qualifizierungsbausteine im schulischen Kontext erprobt werden.

Diesbezügliche Leitfragen sind: Wie können Qualifizierungsbausteine im schulischen Rahmen für die Ausbildungsvorbereitung von benachteiligten Jugendlichen von Nutzen sein Welche Rahmenbedingungen sind für einen erfolgreichen Einsatz des Instrumentes Qualifizierungsbausteine im schulischen Kontext förderlich? Welche konzeptionellen Voraussetzungen müssen gegeben sein und welche methodisch-didaktischen Herangehensweisen sind für die Zielerreichung förderlich?

 

Aufbau eines Konzeptes der individuellen Förderplanung als Nahtstelle zwischen Unterricht und sozialpädagogischer Begleitung

Erst durch eine konsequente Verzahnung von Qualifizierungsbausteinen mit einer individuellen Förderplanung kann – ausgehend von den Kompetenzen und Fähigkeiten des einzelnen Jugendlichen einerseits und den regionalen Gegebenheiten andererseits – ein verbesserter Übergang der Jugendlichen von der Berufsausbildungsvorbereitung in eine Ausbildung oder Arbeit ermöglicht werden. Ein verstärkter Einbezug der Schulsozialarbeit in die Berufsausbildungsvorbereitung ist für die Umsetzung einer qualifizierten Förderplanung notwendig und sinnvoll.

Diesbezügliche Leitfragen sind: Welche Methoden / Standards der Individuellen Förderplanung sind für eine Umsetzung im Berufsvorbereitungsjahr BVJ unter den Rahmenbedingungen des Systems Berufsbildende Schule geeignet? Wie können Individuelle Förderplanung und Qualifizierungsbausteine im schulischen Kontext optimal miteinander verzahnt werden?

 

Entwicklung von Lernortkooperationen

Qualifizierungsbausteine beziehen sich immer auf die Inhalte anerkannter Ausbildungsberufe. Durch den Nachweis von erfolgreich absolvierten Qualifizierungsbausteinen können insbesondere Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf ihre Kompetenzen nachweisen. Durch eine enge Verzahnung der Lernorte Schule und Betrieb (z.B. durch Praktika oder durch Einbindung der Betriebe in die Vermittlung von Qualifizierungsbausteinen) kann die Berufsausbildungsvorbereitung betriebsnäher und somit gewinnbringender für alle Beteiligten gestaltet werden.

Darüber hinaus kann durch eine enge Abstimmung mit Bildungsträgern, die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchführen sowie mit Einrichtungen der Jugendhilfe, der Berufsberatung und den abgebenden Schulen im Rahmen einer horizontalen und vertikalen Lernortkooperation ein adäquater Einsatz der vorhandenen Ressourcen gewährleistet werden.

Diesbezügliche Leitfragen sind: Wie können unter Einbindung des

Instrumentes Bildungsbegleitung die vorhandenen Angebote im Bereich der Berufsausbildungsvorbereitung optimal miteinander vernetzt werden? Wie können Betriebe so eingebunden werden, dass der Übergang benachteiligter Jugendliche von der Schule in den Beruf besser gelingt? Wie können die Bedarfe des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes in der Berufsvorbereitung besser berücksichtigt werden?

 

Entwicklung und Erprobung eines Berufsvorbereitungspasses

In einem Berufsvorbereitungspass sollen der berufliche Werdegang des Jugendlichen, formell und informell erworbene Kompetenzen fortlaufend dokumentiert werden. So kann der Pass auch bei diskontinuierlichen Berufsbiographien als Dokumentationshilfe und Kompetenznachweis fungieren und dadurch Kontinuität gewährleisten.

 

Berücksichtigung des Genderaspektes im Modellprojekt

Ein besonderer Zielschwerpunkt wird mit der Umsetzung des Gender Mainstreaming verfolgt. Die Berücksichtigung des Genderaspektes erfolgt auf den folgenden Ebenen:

  • der strukturellen Ebene (Entwicklung einer Berufsausbildungsvorbereitung, die für beide Geschlechter eine Orientierung und Qualifizierung in Berufsfeldern zukunftsträchtiger Berufe ermöglicht)
  • der Projektplanungs-Ebene (Systematische Einbindung der Frage nach der Relevanz von Geschlecht in die Projektplanung sowie Sensibilisierung der beteiligten Akteure/ Akteurinnen für genderrelevante Fragestellungen) konkret: Entwicklung und Umsetzung von Qualifizierungsbausteinen unter Gender-Perspektive
  • der Ebene der Evaluation (Systematische Einbindung der Frage nach der Relevanz von Geschlecht in die Projektevaluation. Identifizierung von genderrelevanten Schlüsselstellen und –Faktoren)

 

Leistungen im Überblick

  • Formative Evaluation der Teilschritte und der sich entwickelnden Konzepte und deren Anpassung an die spezifischen regionalen und lokalen Bedingungen gemeinsam mit den Beteiligten
  • Beteiligung an der Entwicklung von Qualifizierungsbausteinen, deren Begleitung und Evaluation
  • Begleitung und Evaluation der individuellen Förderplanung.
  • Beteiligung an der Konstitution, Aufgaben- und Arbeitsplanung der Steuerungsgruppe sowie der regionalen Arbeitsgruppen
  • Erhebung der Qualifizierungsbedarfe der Fachkräfte an den Modellschulen
  • Berücksichtigung des Genderaspektes im Modellprojekt
  • Gewährleistung eines Transfers zu laufenden Modellversuchen ähnlicher Thematik im BQF-Programm und deren Übertragung in die laufende Entwicklung (von außen nach innen)
  • Bereitstellung und Transfer eines (Selbst-) Evaluationsverfahrens zur dialogorientierten Reflexion (Selbst- und Fremdeinschätzung) der jeweiligen Arbeitsschwerpunkte
  • Formulierung von Kriterien für die Übertragbarkeit des Berufsvorbereitungspasses auf weitere Schulformen des berufsbildenden Systems
  • Entwicklung und Transfer von Kriterien und möglichen Instrumenten zur Steuerung von Lernortkooperationen

 

Landesweiter Modellversuch unter Beteiligung von 6 Berufsbildenden Schulen. Pro Schulaufsichtsbezirk nehmen 2 Schulen teil: BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler, BBS Kaiserslautern I Technik, BBS Kusel, BBS Linz, BBS Ludwigshafen Technik 2 (Georg-Kerschensteiner Berufsbildungszentrum), BBS Gewerbe und Technik Trier

 

Kontakt

Dr. Martina Hörmann, INBAS GmbH
E-Mail: hoermann@remove-this.inbas.com

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