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Projektbeschreibung

Neue Wege der Berufsausbildung für junge Migranten – Verbesserung der Wiedereingliederungschancen junger Strafgefangener der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden

 

Auftraggeber / Förderung durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Europäischer Sozialfonds (ESF)

Projektbeginn: 01.09.2002

Projektende: 31.08.2005, verlängert bis 31.08.2006

Land: Deutschland

 

Ausgangslage

Als Indikatoren für Integrationsdefizite und für die Benachteiligung von Jugendlichen ausländischer Herkunft sind zu nennen: ein großer Abstand im Bildungsniveau hinsichtlich der erreichten Schulabschlüsse im Vergleich mit deutschen Jugendlichen, die geringere Ausbildungsquote, die höhere Zahl von Jugendlichen ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und ein eingeschränktes Berufsspektrum (Berufsbildungsbericht, Bonn 2001; IAB-Werkstattbericht, Nürnberg 2001; BIBB-Emnid-Studie, 1998).

In der JVA Wiesbaden variiert der Anteil der nicht-deutschen Gefangenen zwischen 50 und 70%, mit insgesamt ca. 45 Nationalitäten. Die durchschnittliche Haftverweildauer liegt bei ca. 12 Monaten. Knapp 50 % der Inhaftierten haben keinen Hauptschulabschluss, nur ca. 3 % waren dauerhaft berufstätig. Eine mehr oder weniger ausgeprägte Suchtproblematik bei über 40 % der Inhaftierten nebst weiterer individueller und sozialer Schwierigkeiten erschwert den Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich.

 

Ziele des Projekts

Das Modellvorhaben der JVA Wiesbaden bezieht sich auf drei Arbeitsfelder. Gemeinsames Ziel ist es, die (Re-)Integration jugendlicher Strafgefangener mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt zu fördern und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu stärken. Durch die Verbindung eines kriminologischen Prognoseverfahrens mit der Berufswegeplanung soll einem Rückfall in kriminelles Verhalten vorgebeugt werden. Zielsetzung des Modellprojekts ist es deshalb

  • ein spezifisches Instrument zu entwickeln und zu erproben, mit dem die tatsächlichen Kompetenzen und Ressourcen inhaftierter Migranten aufgezeigt und für weitere Bildungsarbeit „aufgeschlossen“ werden
  • ein transparentes und an individuellen (Berufs-)Wünschen orientiertes (Berufs-) Bildungsangebot zu realisieren, das sich an aktuellen Anforderungen einer Ausbildung bzw. des Arbeitsmarkts orientiert
  • auf regionaler und überregionaler Ebene ein Netzwerk aus Arbeitsmarktakteuren und Bildungsanbietern konzeptionell vorzubereiten, das die Zielgruppe nach der Haftentlassung beim Eintritt in den Arbeitsmarkt und/oder in eine(Anschluss-)Ausbildung unterstützt.

 

Thematische Schwerpunkte

Ein Kompetenzfeststellungsverfahren, welches biografische Erfahrungen ebenso berücksichtigt wie Eignungstests und Stärken-Schwächen-Profile, begründet die Herangehensweise. In handlungsorientiertem Sprachunterricht und mit der Vermittlung von Grundqualifikationen werden Basiskompetenzen verbessert, dies schließt eine informationstechnische Grundbildung mit ein. Modularisierte Qualifizierungsbausteine ermöglichen den Erwerb arbeitsmarktgängiger Teilqualifikationen und fördern den Einstieg in die berufliche Qualifizierung. Ein Übergangsmanagement effektiviert den Übergang in die Arbeitswelt nach der Haftentlassung.

 

Leistungen im Überblick

Das Modellprojekt wird in der JVA Wiesbaden folgende Aufgaben realisieren:

  • Handlungsorientierte Kompetenzfeststellung unter Berücksichtigung des Migrationshintergrunds
  • Entwicklung von Qualifizierungsbausteinen für die Schwerpunkte: Grundqualifizierung, IuK-Technologien sowie Kreativitätstechniken
  • Entwicklung von Teilqualifikationen unter Einbeziehung des Arbeitsamtes und der Kammern
  • Vermittlung von Sprachkompetenz für weiterführende Qualifizierung und zur Förderung der sozialen Integration
  • Entlassplanung und Übergangsmanagement in die Arbeitswelt
  • Öffentlichkeitsarbeit und regionale/überregionale Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, Gewerkschaften, Kammern
  • Kooperation mit potenziellen Arbeitgebern und Betrieben, insbesondere auch mit ausländischen Betriebsinhabern
  • Transfer von Ergebnissen und Erfahrungen durch den Austausch im hessischen Jugendstrafvollzug
  • Fort- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter der JVA zur Verstärkung der interkulturellen und handlungsorientierten Kompetenz
  • Prozessbegleitung.

 

Kontakt

Wolfgang Petran, INBAS GmbH
E-Mail: petran@inbas.com

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