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14.07.2010

Zunehmende segregative Erscheinungen: Bericht „Bildung in Deutschland 2010" erschienen

Am 17. Juni 2010 erschien der Bericht "Bildung in Deutschland 2010". Damit legt die Autorengruppe Bildungsberichterstattung – eine unabhängige Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – zum dritten Mal eine Analyse der Bildungssituation in Deutschland vor. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung von der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Neben erzielten Fortschritten – so besuchen anteilig mehr Kinder und Jugendliche das Gymnasium, Zahl und Anteil Studienanfängerinnen und -anfänger sind stark gestiegen, ebenso die der Absolventinnen und Absolventen, der Anteil der Jugendlichen ohne (mindestens) Hauptschulabschluss geht weiter zurück – gibt es nach wie vor Entwicklungen, die der Studie zufolge als "segregative Erscheinungen" bewertet werden müssen. Besonders betroffen sind junge Menschen mit Migrations-hintergrund.

Von den 13,6 Millionen Kindern unter 18 Jahren wachsen gut 29 Prozent in einer sozialen, finanziellen oder/und kulturellen (bildungsfernen) Risikolage auf. In Familien mit Migrationshintergrund sind es 42 Prozent. Noch stärker betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden – die zu fast der Hälfte in einer Risikolage aufwachsen.

Die schwierige Situation für Kinder mit Migrationshintergrund wird auch beim Übergang vom Primar- zum Sekundarbereich I darin deutlich, "dass Kinder mit Migrationshintergrund selbst bei gleichem sozioökonomischen Status bis zu doppelt so häufig an Hauptschulen zu finden sind wie Kinder ohne Migrationshintergrund".

Was sich hier andeutet – die Schlechterstellung von Kindern mit Migrationshintergrund trotz formal gleicher Situation – wird auch an einem anderen Beispiel sichtbar, dem Verbleib von Jugendlichen mit maximal Hauptschulabschluss. Wörtlich heißt es im Bildungsbericht dazu: "Trotz leichter Verbesserungen beim Zugang zur Berufsausbildung ist die Situation für Jugendliche mit maximal Hauptschulabschluss weiterhin prekär, für ausländische Jugendliche mehr noch als für deutsche. Von den deutschen Ausbildungsinteressenten ohne Hauptschulabschluss münden 2008 drei Viertel ins Übergangssystem ein, von denen mit Hauptschulabschluss die Hälfte (48 Prozent bei den ausländischen Jugendlichen sind es 88 Prozent und 67 Prozent)."

Eine Schlussfolgerung des Bildungsberichts:"Diese zunehmenden segregativen Erscheinungen stehen im Gegensatz zu der Inklusions- und Integrationsaufgabe des Bildungswesens. Eine zentrale Herausforderung besteht daher darin, allen jungen Menschen über ein dem gesellschaftlichen Entwicklungsniveau angemessenes Bildungsniveau die soziale und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen."

Quelle: www.migration-online.de

Der Bericht "Bildung in Deutschland 2010" kann im Internet heruntergeladen werden unter: {weblink:http://www.bildungsbericht.de